Bericht zur Rettung am 9. Mai 2020.:

Rettung von 350 braunen Hennen aus einer Bodenhaltung im Bergischen

Hühnerrettung Mai 2020 Abbildung 2
Hühnerrettung Mai 2020 Abbildung 1

Am Samstag, den 9. Mai, hat unsere erste Rettung als Hühnerrettung NRW e.V. stattgefunden. Während uns das Wetter mit schönstem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen wohlgesonnen war, mussten wir nicht nur bei der Ausstallung, sondern auch bei der Übergabe an die Adoptanten, selbstverständlich die Auflagen zur Eindämmung des Corona-Virus beachten. So blieben Mund-Nasenschutz-Masken auch nach dem Verlassen des Stalles an Ort und Stelle … also im Gesicht. Leider fehlten an den einzelnen Übergabe-Orten der rege Austausch und die geteilte Vorfreude bei den Abnehmern. Mit ausreichendem Abstand wartend und nur einzeln eingelassen, übernahmen die neuen Besitzer ihre Hennen. Trotzdem verbuchen wir den Tag als gelungenen Auftakt unserer Tätigkeit. Wir konnten 324 Legehennen aus einer Bodenhaltung im Bergischen Land ausstallen und vermitteln. Zwar waren zahlreiche verletzte und kranke Hennen dabei, die auf Pflegestellen verteilt und teils zum Tierarzt gebracht wurden, aber der überaus größte Teil konnte schon am frühen Nachmittag das neue Zuhause beziehen.

Für eine Henne kam leider jede Hilfe zu spät. Wir fanden die arme Kleine tot auf dem Stallboden liegend und mussten uns einmal mehr eingestehen, dass es eben manchmal auf nur wenige Stunden ankommt, die über Leben und Tod entscheiden.

Die anderen Hühnermädels genießen nun ihren Start ins artgerechte Leben. Inzwischen sind gute zwei Wochen vergangen und alle pflege- und behandlungsbedürftigen Hennen befinden sich auf dem Weg der Besserung. Keine von ihnen schwebt in Lebensgefahr, sodass auch sie alsbald durchstarten und in vollen Zügen Licht, Luft, Gras, gutes Futter und die liebevolle Umsorgung ihrer neuen Besitzer genießen können.

Das spornt uns für unsere zukünftigen Rettungen an und wir hoffen, dafür viele Adoptanten zu finden. Ganz besonders erfreulich bei der Rettung: Drei Hähne, die sich mit in der Halle befanden, sollten zuerst noch bleiben und in ein anderes Abteil umziehen. Nach einem Gespräch über den (vermeintlichen) Sinn dieses Vorhabens hat der Betreiber seine diesbezüglichen Pläne verworfen und uns die Hähne überlassen. Für sie wurden tolle Plätze gefunden, sodass auch die „Jungs“ in Rente gehen, sich zukünftig um eine überschaubare Hennenschar kümmern und das Leben in Freiheit genießen dürfen. Vereinzelte Hähne in Bodenhaltungshallen mit hunderten von Hennen machen wenig Sinn. Sie können weder Streitereien unter den Hennen schlichten noch irgendetwas Positives zur Gesamtsituation beitragen. Vielmehr leiden sie ihr Leben lang unter enormem Stress und erleiden allzu oft mehr oder weniger schwere Verletzungen. Insgesamt sind wir sehr zuversichtlich, auch in Zukunft die Hennen dieses Betriebes zu übernehmen, einen guten und hoffentlich fruchtbaren Kontakt zum Betreiber der Anlage aufzubauen und vielleicht auch weitere Tierschutzmaßnahmen anzuregen.