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	<title>Hühnerrettung NRW</title>
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	<description>Wir übernehmen ausgediente Legehennen aus Massentierhaltungen und vermittelt sie an tierliebe Menschen.</description>
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		<title>Glück und Leid im April</title>
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		<dc:creator><![CDATA[HrN_Mitarbeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 06:20:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Termine & Berichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei unserer April-Rettung konnten wir 220 Hennen und einen Hahn retten und in liebevolle neue Zuhause vermitteln. Der Wermutstropfen: Das Team vor Ort durfte natürlich „nur“ die freigegebenen Hennen mitnehmen. Trotzdem schaut man auch in den offenen Nachbarstall und würde so gerne viele Leben mehr retten und offensichtlich kranken Hühner die Chance auf Heilung geben.&#8230;</p>
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	<p><em>Bei unserer April-Rettung konnten wir 220 Hennen und einen Hahn retten und in liebevolle neue Zuhause vermitteln. Der Wermutstropfen: Das Team vor Ort durfte natürlich „nur“ die freigegebenen Hennen mitnehmen. Trotzdem schaut man auch in den offenen Nachbarstall und würde so gerne viele Leben mehr retten und offensichtlich kranken Hühner die Chance auf Heilung geben.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Natürlich leidet man dann mit und versucht umso mehr, sich auf die zu rettenden Hennen zu konzentrieren, aber es zerreißt einem schon das Herz. Trotzdem überwiegt im Nachhinein die Freude über die geretteten Leben. Während unserer Ausstallung mussten wir fünf Pflegis separieren, unter anderem Panic, deren Geschichte ihr sicher schon gelesen habt. Die anderen vier hatten unterschiedlich große Wunden und eine Henne davon eine Verletzung, die uns doch sehr an unsere Nessy erinnerte. Die Wunde war zwar nicht so tief wie bei Nessy, aber in ihrem Ausmaß gleich groß. Auf den Fotos seht ihr den Zustand der Wunde bei der Ausstallung am 11. April und vom 4. Mai auf dem Weg der Heilung. Die positive Veränderung zeigt einmal mehr, wie schnell die Hühner bei guter Pflege wieder gesunden können.</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-2723" src="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2-300x300.jpeg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2-300x300.jpeg 300w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2-1024x1024.jpeg 1024w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2-150x150.jpeg 150w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2-768x768.jpeg 768w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2-1536x1536.jpeg 1536w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unser ganz lieber Dank geht an alle Helfer und Adoptanten, die immer wieder ihre Freizeit und Fürsorge für die Tiere „opfern“.</p>
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		<title>A girl named Panic …</title>
		<link>https://huehnerrettung.de/a-girl-named-panic/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HrN_Mitarbeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 06:18:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Termine & Berichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was hier nach dem Titel eines spannenden Krimis klingt, ist die Geschichte einer kleinen weißen Henne aus der April-Rettung. Direkt beim Einfangen der Hennen, werden diese von uns durch einen kurzen Check als transportabel, also gesund, oder „Pflegi“, also hilfsbedürftig eingestuft. Bei besagter Rettung nahm Nicole am Stallausgang eine schreiende, panische Henne entgegen und trug&#8230;</p>
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	<p><em>Was hier nach dem Titel eines spannenden Krimis klingt, ist die Geschichte einer kleinen weißen Henne aus der April-Rettung. Direkt beim Einfangen der Hennen, werden diese von uns durch einen kurzen Check als transportabel, also gesund, oder „Pflegi“, also hilfsbedürftig eingestuft. Bei besagter Rettung nahm Nicole am Stallausgang eine schreiende, panische Henne entgegen und trug sie zu Sandra, der die Erstbeurteilung der Pflegis oblag. Die Henne war blass wie ein Geist, ihre Füße und Beine übersät mit Wunden und dazu ein schrumpeliger Kamm.</em></p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p>Die Kleine wurde sofort in eine Pflegebox gepackt. Was wir vorher noch nie erlebt hatten: Sie blieb nicht einfach sitzen, sie tobte in blinder Panik in der Box rum und krallte sich mit ihren geschundenen Füßen am Türgitter der Box fest. Somit war direkt klar, dass sie ein besonderer Fall war und unbedingt engmaschig überwacht werden musste, um ihrem kleinen Körper mit viel Ruhe und Pflege eine Chance zur Heilung zu geben.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-2724" src="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Panic2-1-268x300.jpg" alt="" width="268" height="300" srcset="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Panic2-1-268x300.jpg 268w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Panic2-1-915x1024.jpg 915w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Panic2-1-768x859.jpg 768w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Panic2-1-1373x1536.jpg 1373w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/05/Panic2-1-1831x2048.jpg 1831w" sizes="auto, (max-width: 268px) 100vw, 268px" /></p>
<p>Und so blieb die inzwischen „Panic“ getaufte Henne bei Sandra. Die ersten beiden Tage waren von Stress geprägt. Jedes Saubermachen der Box, jeder Wasserwechsel oder das Auffüllen der Futternäpfe führten bei Panic zu regelrechten Nervenzusammenbrüchen. Ihr körperlicher und seelischer Zustand zeigte ganz klar, dass sie in der industriellen Haltung extrem gelitten hatte. Wahrscheinlich wurde sie bei beinahe jedem Versuch, an Wasser oder Futter zu kommen, von stärkeren Hennen vertrieben. Auf der Krankenstation holte sie, sobald sie sich halbwegs sicher fühlte, alles nach und trank täglich zwei Wassernäpfe leer und inhalierte regelrecht das Futter. Schon am dritten Tag zeigten sich die kognitiven Fähigkeiten, die Hühnern allzu oft abgesprochen werden. Sie hatte innerhalb von kaum 48 Stunden verstanden, dass Sandra keineswegs eine Bedrohung darstellte, sondern vielmehr für das Anliefern von Futter und Leckereien zuständig war. Und so ließ Panic den ersten Körperkontakt zu. Auf dem Arm sitzend beobachtete sie ruhig und interessiert die Versorgung ihrer verletzten Füße und ließ das regelmäßige Eincremen schon fast genussvoll zu. Zur Belohnung ging es dann regelmäßig raus, um in der Sicherheit auf Sandras Arm sitzend, die ersten Blicke auf die große weite Welt zu werfen. Grasflächen, Sonne, blauer Himmel, das alles führte zu blankem Erstaunen bei der kleinen Panic. Die neuen Eindrücke führten aber auch immer mehr zu Lebensmut und Selbstbewusstsein. Schon bald durfte sie in einem kleinen Gehege die ersten selbstständigen Schritte auf ihren gut heilenden Füßen machen. Inzwischen mausert sie, erneuert also ihr strubbeliges Gefieder, und verwandelt sich so auch äußerlich in eine kleine Schönheit. Nach ein paar Tagen, in denen sie tagsüber bereits friedlich und akzeptiert in der Hühnergruppe mitgelaufen ist, ging sie gestern Abend zu ersten Mal mutig mit in den Schlaf-Stall und suchte sich ein ruhiges Plätzchen zwischen den anderen Hühnern. Ihr Name bleibt natürlich bestehen, hat aber nur noch symbolischen Charakter für ihren holprigen Start ins richtige Hühnerleben.</p>
<p>Panic hat großes Glück gehabt, ihre Geschichte wirft aber auch die Frage auf, wie es solchen Hennen bei der Ausstallung auf dem Weg zum Schlachter geht. Diese Ausstallungen finden allgemein unter enormem Stress statt und bedeuten für jedes Tier Schmerz, Qual und unendliches Leid bis zum letzten Atemzug, hilflos kopfüber am Schlachtband hängend … wie viele Leidensgenossinnen von Panic erleben das Ende ihres traumatisierenden Lebens als blanken Horror?</p>
<p>Und es findet tagtäglich statt, tausende Male, millionenfach und ein Großteil der Menschen verschließt die Augen davor. Panic ist eine Botschafterin für alle fühlenden Wesen, die einfach nur leben wollen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kellerfund &#8230; Pfund im Bauch &#8230; ja, was denn nun?</title>
		<link>https://huehnerrettung.de/kellerfund-pfund-im-bauch-ja-was-denn-nun/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HrN_Mitarbeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 09:22:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekte & Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seien wir ehrlich, wenn wir von einem Kellerfund sprechen, dann hoffen wir doch alle darauf, dass Opa im über Jahrzehnte gesammelten Kartonwust einen Rembrandt vergessen oder ein paar inzwischen wertvolle Aktien übersehen hat. Das ein Kellerfund auch ganz anders aussehen kann, lernten wir zu Ostern. &#160; Ostersamstag, 19.30 Uhr, das Telefon klingelt und ein junger&#8230;</p>
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	<p><em>Seien wir ehrlich, wenn wir von einem Kellerfund sprechen, dann hoffen wir doch alle darauf, dass Opa im über Jahrzehnte gesammelten Kartonwust einen Rembrandt vergessen oder ein paar inzwischen wertvolle Aktien übersehen hat. Das ein Kellerfund auch ganz anders aussehen kann, lernten wir zu Ostern.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ostersamstag, 19.30 Uhr, das Telefon klingelt und ein junger Mann meldet sich mit den Worten: „Guten Abend, meine Mutter hat eben ein Huhn im Keller eines Mehrfamilienhauses gefunden. Können wir Ihnen das Tier bringen?“ Mein erster Gedanke: Da hat jemand einen Hahn ausgesetzt und das arme Tier hat sich einen Schlafplatz im Halbdunkel eines Kellerabgangs gesucht. Aber nein, per WhatsApp erreicht mich ein Foto, das eine recht entspannt auf dem Schoß der Beifahrerin sitzende braune Legehenne in einem Auto zeigt. Die Finder bestätigen, dass die Henne sehr zahm ist und sich einfach auf den Arm nehmen ließ. Also kommen sie zur Übergabe zu uns. Das kleine Huhn mit dem verstrubbelten Gefieder war klapperdürr und sah ziemlich zerrupft aus, aber trotz des hervorstehenden Brustbeins war sein Bauch dick und hart, da schien etwas festzustecken. Nach kurzer Beratung haben wir dann den Plan gefasst, die Henne erstmal ein bisschen aufzupäppeln und nach den Feiertagen zum Tierarzt zu bringen. Das Huhn fand den Plan super und hat von 20.30 Uhr bis nachts um halb eins nur gefressen. Zwei Schalen Körnerfutter und etliche Leckerchen verschwanden in dieser Zeit im schwarzen Loch der hungrigen Gier … und auch in den nächsten Tagen zeigte sich der pure Lebenswille im stetigen Hunger und Nachholbedarf der Kleinen.</p>
<p>Am Dienstag nach Ostern kam das Hühnchen, welches wir inzwischen nach seinem Fundort „Bodega“ genannt hatten, zu unserer Tierärztin. Sie bestätigte unseren Verdacht, dass im Bauch jede Menge Schichteier feststeckten, sagte aber auch direkt, dass die Henne noch länger aufgepäppelt werden müsse, damit sie die Narkose und Operation überstehen könne. Also wurde sie in der Praxis noch weitere sieben Tage mit allem versorgt, was ihren kleinen, ausgemergelten Körper wieder zu Kräften brachte und kam am folgenden Montag auf den OP-Tisch. Im Rahmen der OP wurde dann aus dem Keller-Fund einer Eier-Pfund, denn fast 500 Gramm Schichteier wurden aus dem Bauch und Legedarm der kleinen Bodega entfernt. Fassen wir zusammen: Ein Huhn, welches am Fundtag kaum 1,3 Kilo auf die Waage brachte, bekommt neun Tage später unter einer körper-stressenden Vollnarkose ein Drittel dieses Gewichts entfernt. Wir alle erwarteten zurecht ein Häufchen Elend, welches sich mühevoll aufrappelt und um sein Leben kämpft … Umso größer war die Freude und das Gelächter, als am Dienstagmorgen folgende Meldung aus der Praxis kam: „Bodega ist nicht nur wach, sie frisst, trinkt, randaliert und zerlegt die Praxis. Es sieht so aus, als ob sie dringend nach Hause wolle!“. Bodega, dein Wunsch ist uns Befehl, in einer ungenehmigt erweiterten Mittagspause, habe ich die Kleine abgeholt. Lediglich der Verband an ihrem Bauch zeugt von der überstandenen Operation. Sie frisst und frisst und frisst. Sobald sie den Nachsorge-Termin in zehn Tagen überstanden hat, darf sie in ihr neues Für-immer-zu-Hause ziehen und ihr Leben genießen. <img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-2713" src="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/04/Bodega-Schichteier-177x300.jpg" alt="" width="177" height="300" srcset="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/04/Bodega-Schichteier-177x300.jpg 177w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/04/Bodega-Schichteier-604x1024.jpg 604w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/04/Bodega-Schichteier-768x1301.jpg 768w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/04/Bodega-Schichteier-907x1536.jpg 907w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/04/Bodega-Schichteier-1209x2048.jpg 1209w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/04/Bodega-Schichteier-scaled.jpg 1511w" sizes="auto, (max-width: 177px) 100vw, 177px" /></p>
<p>Wie Bodega im Keller landete oder was sie überhaupt in diese Situation gebracht hat, werden wir wohl nie erfahren. Hat sie jemand ausgesetzt, weil ihm klar war, dass sie krank war? Hat sie es geschafft sich aus einem Schlachttransport zu befreien und ist dann durch die Gegend geirrt? Für zweitere These spricht die Tatsache, dass sie innerstädtisch, fernab jeder Hühnerhaltung gefunden wurde, aber das Geheimnis ihrer Herkunft wird Bodega für sich behalten.</p>
<p>Ihre Geschichte zeigt einmal mehr, dass es sich immer lohnt, zu kämpfen und, dass die angezüchtete abnorme Legetätigkeit zu unendlichem Elend und Quälerei bei Hühnern in der Industrie führt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bitte seht uns, wir wollen leben!</title>
		<link>https://huehnerrettung.de/bitte-seht-uns-wir-wollen-leben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HrN_Mitarbeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 19:24:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Termine & Berichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir brauchen noch über 500 Plätze für den 16. Mai. Unsere Retter wollen nicht aufgeben und die magische Zahl 1000 Lebensplätze erreichen. Alle Hennen, die von der Hühnerrettung nicht mitgenommen werden können, werden in der darauffolgenden Woche zur Schlachtung gebracht. Wir sind sozusagen im Endspurt, bitte schaut noch mal, ob ihr nicht doch noch das&#8230;</p>
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	<p><em>Wir brauchen noch über 500 Plätze für den 16. Mai. Unsere Retter wollen nicht aufgeben und die magische Zahl 1000 Lebensplätze erreichen. Alle Hennen, die von der Hühnerrettung nicht mitgenommen werden können, werden in der darauffolgenden Woche zur Schlachtung gebracht.</em></p>
<p>Wir sind sozusagen im Endspurt, bitte schaut noch mal, ob ihr nicht doch noch das eine oder andere Huhn aufnehmen könnt. Vielleicht habt ihr Freunde, Kollegen oder Familienmitglieder, die noch Plätze erübrigen können. Bitte rührt die Werbetrommel für die Hennen, wir sind wirklich auf eure Hilfe angewiesen.</p>
<p>Übergabeorte sind:</p>
<p>Köln</p>
<p>Xanten</p>
<p>Reichshof, Windeck, Kierspe</p>
<p>Herdecke (Ennepe-Ruhr-Kreis)</p>
<p>Haltern</p>
<p>Mönchengladbach</p>
<p>Bitte meldet euch bei den entsprechenden Vermittlern.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mutierte Hühner: schwarz bis auf die Knochen</title>
		<link>https://huehnerrettung.de/mutierte-huehner-schwarz-bis-auf-die-knochen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HrN_Mitarbeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 19:21:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tierisch lesenswert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Insgesamt gibt es vier Hühnerrassen, deren Gewebe komplett schwarz ist und alle besitzen die gleiche genetische Mutation. Ein Wissenschaftler erklärt, wie es dazu kam. Quelle: National Geographic, Jason Bittel, 2025 Das Ayam-Cemani-Huhn ist mit großer Wahrscheinlichkeit das am stärksten pigmentierte Lebewesen der Erde. Nicht nur Feder, Schnabel, Kamm, Zunge und Füße dieser Vögel sind in&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fl-builder-content fl-builder-content-2699 fl-builder-content-primary fl-builder-global-templates-locked" data-post-id="2699"><div class="fl-row fl-row-fixed-width fl-row-bg-none fl-node-dfngc7jpmqkw fl-row-default-height fl-row-align-center" data-node="dfngc7jpmqkw">
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	<p>Insgesamt gibt es vier Hühnerrassen, deren Gewebe komplett schwarz ist und alle besitzen die gleiche genetische Mutation. Ein Wissenschaftler erklärt, wie es dazu kam.</p>
<p><em>Quelle: National Geographic, Jason Bittel, 2025</em></p>
<p>Das Ayam-Cemani-Huhn ist mit großer Wahrscheinlichkeit das am stärksten pigmentierte Lebewesen der Erde. Nicht nur Feder, Schnabel, Kamm, Zunge und Füße dieser Vögel sind in einem bläulich schimmernden Schwarz gefärbt, auch ihre Knochen zeigen den gleichen markanten Farbton. Selbst das Fleisch der Hühner sieht aus, als wäre es in Tinte mariniert worden.</p>
<p>Interessanterweise ist das Cemani – das aus Indonesien stammt – nur das auffälligste Beispiel für ein Phänomen, das die Wissenschaft dermale Hyperpigmentierung nennt. Auch Vertreter der Seidenhühner (so benannt wegen ihrer weichen, haar-artigen Federn), sowie die schwarzen H’Mong-Hühner aus Vietnam und die Schwedischen Schwarzhühner weisen hyperpigmentierte Haut und Gewebe auf. Wissenschaftler sprechen hierbei von Fibromelanosis.</p>
<p>„Wir haben Belege dafür, dass es sich hierbei um eine komplexe Neuanordnung innerhalb des Genoms handelt“, sagt Leif Andersson, ein Genetiker an der Universität von Uppsala in Schweden, wo er die Genetik von domestizierten Tierarten untersucht.</p>
<p>Andersson erklärt außerdem, dass die Mutation, die diese Hühner aufweisen, auf einen einzigen Vogel zurückgeht, der vor Hunderten oder sogar Tausenden von Jahren gelebt haben könnte. „Die Mutation, die Fibromelanosis zugrunde liegt, ist sehr speziell, weswegen wir davon ausgehen, dass sie nur einmal aufgetreten ist“, meint Andersson.</p>
<p><strong>Das dunkelste Fleisch der Welt</strong></p>
<p>Im Internet stolpert man ständig über Tiere, bei denen sich der sogenannte Melanismus, also eine Schwarzfärbung zeigt. Dazu gehören Schwarze Panther und Servale, aber auch melanistische Flamingos, Geckos und Schlangen mit schwarzen Schuppen. Die Hühner, mit denen Anderssons Forschung sich beschäftigt, treiben es dabei jedoch auf die Spitze.</p>
<p>Und das steckt dahinter: Die meisten Wirbeltiere besitzen ein Gen namens Endothelin-3 oder EDN3, das – neben anderen Faktoren – für die Färbung der Haut verantwortlich ist. Wenn sich ein normales Huhn entwickelt, kommt es in bestimmten Zellen (wie den Hautzellen oder Federfollikeln) zu einer Genexpression von END3, was die Produktion von Menoblasten verursacht. Diese Zellen sind für Farbe zuständig.</p>
<p>Bei den hyperpigmentierten Hühnern kommt es jedoch in allen Körperzellen das EDN3-Expression, was zehnmal so viele Melanoblasten hervorbringt und dazu führt, dass die Knochen und das Gewebe aussehen, als wären sie in Teer getaucht worden.</p>
<p>„Es ist wie ein falscher Wegweiser“, meint Andersson. „Wenn die Genexpression von END3 zu viel und an den falschen Stellen erfolgt, wandern die Pigmentzellen nicht nur an ihren eigentlich vorgesehenen Platz.“</p>
<p>Auch wenn die Wissenschaft nun versteht, was diese Hühner so besonders macht, gibt die Geschichte dieser Rassen nach wie vor Rätsel auf.</p>
<p>Viele Forscher halten einige Worte von Marco Polo in seinen Reiseberichten für den ersten schriftlichen Hinweis auf die schwarzen Hühner. Im Jahr 1298 schrieb der Entdecker auf seiner Reise durch Asien über eine Hühnerrasse, die „Haare wie Katzen hat, schwarz ist und die besten Eier legt“. Absolute Sicherheit gibt es keine, aber die Beschreibung klingt ganz nach einem Seidenhuhn.</p>
<p>Ab diesem Zeitpunkt, sagt Andersson, hat sich die Mutation aller Wahrscheinlichkeit nach durch Hühnerzüchter in der Welt verbreitet, da diese die neuartige Färbung der Tiere sehr zu schätzen wussten. Es gibt sogar eine Anekdote über einen Seemann, der schwarzes Huhn von der ost-asiatischen Handelsstraße mitbrachte, was erklären würde, wie das Schwedische Schwarzhuhn in Europa entstand.</p>
<p>„Ich denke, es ist offensichtlich, dass die Menschen Vielfältigkeit bei Haustieren mögen“, erklärt Andersson, der auch den genetischen Ursprung der Seidenfiedrigkeit erforscht hat und im Moment untersucht, wodurch der Kamm bei Hühnern entsteht.</p>
<p>Natürlich ist für Andersson jede der schwarzen Hühnerrassen ein Gewinner, da ihre Färbung aus genetischer Sicht so unwahrscheinlich selten ist. „Man sieht sehr viel häufiger fehlerhafte Pigmentierungen – weiße Flecken oder gar keine Pigmentierung –, weil es viel leichter ist, Gene zu unterbrechen als Gene zu aktivieren, wie es hier passiert ist“, meint er. Es war der Zufall, der die schwarzen Hühner hervorbrachte. Aber es war der Mensch, der sie gezüchtet und auf der ganzen Welt verbreitet hat. „Das macht es umso faszinierender“, ist Anderssons Fazit</p>
<p><em>Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.</em></p>
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		<title>„Ihr habt euren Job erledigt, ich brauche euch nicht mehr“</title>
		<link>https://huehnerrettung.de/ihr-habt-euren-job-erledigt-ich-brauche-euch-nicht-mehr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HrN_Mitarbeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 19:30:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Termine & Berichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das ist der Satz mit dem Betreiber von industriellen Legebetrieben ihre Hennen nach Ostern ehrlicherweise ansprechen müssten. Denn genau das ist die traurige Wahrheit, für das Ostergeschäft wurde auch noch das letzte Ei rausgequetscht und danach gehtes zum Schlachter. Für bis zu 1000 Hennen können wir das am 16. Mai verhindern. Bitte helft uns, Leben&#8230;</p>
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	<p><em>Das ist der Satz mit dem Betreiber von industriellen Legebetrieben ihre Hennen nach Ostern ehrlicherweise ansprechen müssten. Denn genau das ist die traurige Wahrheit, für das Ostergeschäft wurde auch noch das letzte Ei rausgequetscht und danach geht</em><em>es zum Schlachter.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-2692" src="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/03/1-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/03/1-225x300.jpg 225w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/03/1-768x1024.jpg 768w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/03/1-1152x1536.jpg 1152w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2026/03/1.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></em></p>
<p>Für bis zu 1000 Hennen können wir das am 16. Mai verhindern. Bitte helft uns, Leben zu retten und schaut doch mal nach, ob ihr nicht den einen oder anderen Platz frei habt. Es wäre wirklich ein großes Geschenk, wenn wir das für 1000 Hennen möglich machen können.</p>
<p>Und wer liebe Nachbarn hat oder gar sehr ländlich wohnt, kann ja auch mal darüber nachdenken, seinen Mädels einen passenden Hahn zu schenken. Auf unseren Pflegeplätzen warten zahlreiche Gockel auf einen Einsatzbefehl als Beschützer für ein paar nette Hennen.</p>
<p>Übergabeorte sind:</p>
<p>Köln</p>
<p>Xanten</p>
<p>Reichshof, Windeck, Kierspe</p>
<p>Herdecke (Ennepe-Ruhr-Kreis)</p>
<p>Haltern</p>
<p>Mönchengladbach</p>
<p>Bitte meldet euch bei den entsprechenden Vermittlern.</p>
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		<title>Chinesisches Feuer-Pferd? Nix da, 2026 ist ein Hühner-Jahr</title>
		<link>https://huehnerrettung.de/chinesisches-feuer-pferd-nix-da-2026-ist-ein-huehner-jahr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HrN_Mitarbeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2026 18:55:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Termine & Berichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kaum konnten wir euch von den erfolgreichen Rettungen der vergangenen Monate berichten, geht es zum Glück schon wieder los und neue Hühner hoffen auf einen Platz in eurem Stall. Immer mal wieder beschleichen uns ungute Gedanken, wie „alle Plätze belegt, zu viele Menschen geben ihre Hühnerhaltung auf, zu viele Hennen brauchen noch Plätze …“. Aber&#8230;</p>
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	<p><em>Kaum konnten wir euch von den erfolgreichen Rettungen der vergangenen Monate berichten, geht es zum Glück schon wieder los und neue Hühner hoffen auf einen Platz in eurem Stall.</em></p>
<p>Immer mal wieder beschleichen uns ungute Gedanken, wie „alle Plätze belegt, zu viele Menschen geben ihre Hühnerhaltung auf, zu viele Hennen brauchen noch Plätze …“. Aber dann schütteln wir uns und sagen, dass wir das doch wohl wieder schaffen werden. Am 11. April dürfen 200 Hennen in die Freiheit. Und mit Eurer Hilfe wollen wir das Jahr 2026, im chinesischen das Jahr des Feuer-Pferdes, für uns alle zum Jahr des Huhns machen und mit der Rettung der 200 Hennen starten. Übergabepunkte für diese Tiere sind Mülheim a. d. Ruhr und Haltern. Für die anderen Übergabeorte sind im Mai weitere Rettungen geplant, Infos folgen.</p>
<p>Nur mit euerer Hilfe können wir es schaffen und so viele Hennen wie möglich retten. Bitte meldet euch zahlreich und werdet Lebensretter. Und vergesst dabei bitte nicht die gefiederten Jungs, denn auf zahlreichen unserer Pflegestellen sitzen etliche Hähne, die auf ein neues Zuhause warten und so gerne ihrem Job als Aufpasser für eine Gruppe Hennen nachkommen möchten.</p>
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		<title>Geschmack? Reine Erziehungssache …</title>
		<link>https://huehnerrettung.de/geschmack-reine-erziehungssache/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HrN_Mitarbeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 2025 14:46:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tierisch lesenswert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kein moralisch erhobener Zeigefinger, sondern einfach ein paar Gedanken (Teil 1) Warum sind wir Menschen wie wir sind? In der Ausbildung unserer Persönlichkeit, unserer Vorlieben und Art und Weise zu leben spielen unzählige Faktoren eine Rolle. Die Gene, das soziale Umfeld und natürlich die Region, in die wir hineingeboren werden. So schütteln wir uns in&#8230;</p>
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	<p><strong>Kein moralisch erhobener Zeigefinger, sondern einfach ein paar Gedanken (Teil 1)</strong></p>
<p><em>Warum sind wir Menschen wie wir sind? In der Ausbildung unserer Persönlichkeit, unserer Vorlieben und Art und Weise zu leben spielen unzählige Faktoren eine Rolle. Die Gene, das soziale Umfeld und natürlich die Region, in die wir hineingeboren werden. So schütteln wir uns in Mitteleuropa beim Gedanken, Hunde und/oder Katzen zu verspeisen, empfinden aber keine Skrupel beim Verzehr von Schwein, Rind und Geflügel. Warum verdrängt unser Gehirn dabei die moralische Zwickmühle?</em></p>
<p>Wären Sie oder ich beispielsweise in Kambodscha aufgewachsen, würden wir als Delikatesse gerne eine frittierte Vogelspinne verspeisen. Tatsächlich ist das dort ein ganz normales Frühstück und somit der Beweis, dass wir nicht von Natur aus auf eine bestimmte Art der Ernährung geprägt sind, sondern unser Geschmack eine reine Frage der Erziehung ist. Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-2656" src="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/Katze_Ente-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/Katze_Ente-300x200.jpg 300w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/Katze_Ente-1024x682.jpg 1024w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/Katze_Ente-768x512.jpg 768w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/Katze_Ente.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Zu dem, was da in unserem Gehirn an Verdrängung getätigt wird gibt es viele Studien. Quarks &amp;Co. machte 2021 einen interessanten Versuch. Zur St. Martins-Zeit wurde ein Stand in einer Fußgängerzone aufgebaut, an dem sich Passanten eine lebende Gans aussuchen konnten, um diese vor Ort unter den Augen der Öffentlichkeit schlachten zu lassen und dann als bratfertiges Tier mitnehmen zu können. Die Reaktionen waren durchaus unterschiedlich, aber der allgemeine Konsens wurde klar. Denn kaum wurde der Vorgang der Schlachtung vom anonymen Schlachthaus außerhalb in die innerstädtische Öffentlichkeit gezogen, überdachten Passanten ihren Fleischkonsum und erkannten, dass ihr Braten nicht nur ein Leben und somit Gefühle wie Freude und Ängste hatte, sondern eigentlich gerne weitergelebt hätte.</p>
<p>(<a href="https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/sozialexperiment-tiere-schlachten-in-der-oeffentlichkeit/">https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/sozialexperiment-tiere-schlachten-in-der-oeffentlichkeit/</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Max-Planck-Institut veröffentlichte im gleichen Jahr einen Text, der zeigte, dass statistisch gesehen der Fleischkonsum vom Bildungsgrad und Einkommen abzuhängen scheint. Die Redakteurin stellt diese Erkenntnis selbst in frage und zeigt sehr gut auf, dass wir es uns nicht zu einfach machen können (<a href="https://www.mpifg.de/667974/2021-05-standpunkt-einhorn">https://www.mpifg.de/667974/2021-05-standpunkt-einhorn</a>). Wir sollten nicht mit dem erhobenen Zeigefinger rumlaufen und missionarisch agieren, sondern aufklären. Mitnehmen und Verständnis dafür aufbringen, dass Veränderung Zeit braucht, dass wir alle etwas verändern können. Zukunft und Erhalt unserer Umwelt ist kein Privileg der Bildungsschicht und monetär gehobenen Gesellschaft, sondern etwas woran alle Menschen mitwirken können und müssen. Denn viel Zeit haben wir mit unserem jetzigen Lebensstil nicht mehr. Wir haben in Mitteleuropa mehr als hundert Jahre gebraucht, um zu erkennen, dass Hexenverbrennung weder sinnvoll ist, noch als schützenswertes Kulturgut je eine Chance hat von der UNESCO in eine entsprechende Liste aufgenommen zu werden. Heute müssen wir schneller sein und zeigen, dass wir das Ruder rumreißen und Gewohnheiten zugunsten aller zügig ändern können.</p>
<p>Die Zeiten in denen wir aktiv gejagt haben, um zu überleben sind lange vorbei. Unsere Ur-Vorfahren haben Tiere gejagt und gegessen, das ist Fakt. Allerdings war das Kräfteverhältnis zu dieser Zeit ein anderes. Der Jäger war allenfalls mit einem Wurfspeer bewaffnet und nahm Klippen, über die die Tiere gejagt wurden zur Hilfe. Schlussendlich wurde die Beute vollumfänglich verarbeitet und genutzt. Heutzutage bedeutet Jagd, das eine Person von 50, 60 oder mehr Kilogramm mit einem Hochpräzisions-Gewehr aus gesicherter Entfernung ein ahnungsloses Tier von im Mittel ca. 20 Kilogramm aus einem Hinterhalt erschießt. Ist das Jagd oder müssten wir moralisch korrekt nicht die gleichen Annahmen wie beim Mord an einem Menschen anlegen? Ein Mord wird unter anderem daran festgemacht, dass Tatmerkmale wie Mordlust oder Grausamkeit erfüllt sind. Zudem spielt die Heimtücke eine Rolle, die Ausnutzung der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers (deutsches Strafrecht (§ 211 StGB)). Nun kommt natürlich das Argument, dass es beim gesetzlich definierten Mord ja um einen Menschen geht und nicht um ein Tier. Und schon stehen wir vor dem nächsten moralischen Konflikt. Irgendwann hat die Menschheit sich zu eigen gemacht, dass es unter den Lebewesen eine Trennlinie zwischen Mensch und Tier gibt. Das haben wir dann mit allerlei Erkenntnissen unterfüttert, die auf tönernen Füßen stehen und sich bei näherer Betrachtung relativ einfach umstoßen lassen. Wurden noch in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Tiere als rein instinktgesteuerte Maschinen bezeichnet, wissen wir heute, dass sie eine unserer ähnliche Gefühlswelt haben. Sie empfinden Schmerz, Leid und Trauer genauso wie Freude, Zufriedenheit und Glück. Zudem wird immer wieder unsere komplexe Sprache, moduliert über einen in der Natur beinahe einzigartigen Kehlkopf, als Argument unserer Entwicklung und er daraus resultierenden Überlegenheit ins Rennen geworfen. Aber warum ist das so außergewöhnlich? Es ist nur eine genetische Variation, dass wir diesen Kehlkopf besitzen. Tiere kommunizieren auch, der Vogel zwitschert, der Löwe brüllt und Wale singen. Wir sollten unseren Gedanken und Überlegungen mehr Freiheit geben und die Grenzen einreißen. Es könnte doch gerade sein, dass irgendwo draußen in einem Baum zwei Rotkehlchen sitzen und sich darüber unterhalten, wie kompliziert Menschen kommunizieren und dabei nicht merken, dass ein Rotkehlchen nicht so viel quatscht, dafür aber im Gegensatz zu uns problemlos ohne Navi nach Afrika fliegt. Aus Sicht der Rotkehlchen zeigt das doch eine klare Überlegenheit ihrer Spezies.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-2655" src="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/hund_schwein-300x211.jpg" alt="" width="300" height="211" srcset="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/hund_schwein-300x211.jpg 300w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/hund_schwein-1024x719.jpg 1024w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/hund_schwein-768x539.jpg 768w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/hund_schwein-1536x1078.jpg 1536w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/12/hund_schwein.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Während die Jagd noch ein geringes Tötungsvolumen mit sich bringt, ist die Massentierhaltung und -schlachtung zu einer Massenvernichtungsmaschinerie geworden. In Deutschland werden täglich zwei Millionen Tiere geschlachtet. Das heißt, in diesen paar Sekunden, die man braucht, um diesen Satz zu lesen, sterben allein in deutschen Schlachthäusern gut 100 Tiere. Erschreckend, oder? Hinzu kommt das unsägliche Leid der sogenannten Ausstallungen durch Fängerkolonnen, die Transporte und dem Umgang mit diesen Lebewesen im Schlachthaus. Alleine in den vergangenen drei Monaten konnte die Tierschutzorganisation ANINOVA heimlich in zwei Schlachtbetrieben Filmmaterial sichern, das brutalste, aktive Tierquälereien zeigt (<a href="https://aninova.org/aufdeckung/schlachthof-luna-suppenhuehner/">https://aninova.org/aufdeckung/schlachthof-luna-suppenhuehner/</a> und <a href="https://aninova.org/aufdeckung/tierquaelerei-in-gaense-und-enten-schlachthof/">https://aninova.org/aufdeckung/tierquaelerei-in-gaense-und-enten-schlachthof/</a>). Leider ziehen die Jobs in Schlachthäusern geradezu magisch Menschen an, die dort ihren dunkelsten Neigungen nachgehen können und sich mit debilem Gelächter an schutzlosen, kräftemäßig unterlegenen Lebewesen austoben können. Der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten bedeutet also nicht nur, den Tod unzähliger Lebewesen in Kauf zu nehmen, sondern auch das System dieser Quälereien am Laufen zu halten.</p>
<p>Abschließend die ultimative Frage, die vegan, also ohne Tierleid, lebenden Menschen gerne gestellt wird: „Was würdest du denn tun, wenn du auf einer einsamen Insel mit einem Huhn festsitzt und nichts zu essen hast?“ Ein Tierschützer hat die Frage auf Instagram perfekt beantwortet: „Ich würde das Huhn und mich mit Pflanzen ernähren und wäre dankbar, dass ich mit der Henne einen klugen Gesprächspartner habe.“</p>
<p>Was will der Schreiberling euch mit alledem sagen? Veränderung braucht Zeit, aber die Welt braucht Veränderung und hat nicht mehr viel Zeit. Die Auswirkungen, die die Massentierhaltung auf unseren Planeten hat, sind enorm und rauben unseren Kindern die Zukunft. Niemand verlangt, dass ihr mit den Fingern schnippst und sofort perfekt seid. Aber bitte probiert doch mal was Neues. Seid offen für andere Lebensmittel. Nicht alles wird beim ersten Griff ins Regal im Supermarkt schmecken, ihr müsst ausprobieren, für euch das richtige finden. Der eine mag Hafermilch, der andere liebt die Süße von Reismilch. Es gibt so viele Ersatzprodukte, die einem den schleichenden Übergang in eine tierleidfreie Ernährung erleichtern, dass man Monate braucht, um sich durch alles durchzuprobieren. Wenn wir jeden Tag hören, dass wir technologie-offen denken sollen, müssen wir auch offen sein, was neue Ernährungsweisen angeht.</p>
<p>In diesem Sinne lasst es (das Neue) euch schmecken und glaubt mir, ich leide weder unter Eisenmangel noch nehme ich zu wenige Proteine zu mir.</p>
<p>Fortsetzung folgt….</p>
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</div><p>The post <a href="https://huehnerrettung.de/geschmack-reine-erziehungssache/">Geschmack? Reine Erziehungssache …</a> appeared first on <a href="https://huehnerrettung.de">Hühnerrettung NRW</a>.</p>
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		<item>
		<title>Das Schmusetier auf dem Teller</title>
		<link>https://huehnerrettung.de/das-schmusetier-auf-dem-teller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HrN_Mitarbeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2025 12:25:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekte & Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Tierisch lesenswert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Puten, also Truthähne/hennen, gehören zu den am meisten unterschätzten Tieren. In unserem Sprachgebrauch ist die „dumme Pute“ allgegenwärtig. Noch dazu entsprechen Puten auf den ersten Blick nicht unserem gängigen Schönheitsideal und erfüllen auch nicht das von uns als niedlich empfundene Kindchenschema. Zeit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und das wahre Gesicht des Truthahns zu&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fl-builder-content fl-builder-content-2630 fl-builder-content-primary fl-builder-global-templates-locked" data-post-id="2630"><div class="fl-row fl-row-fixed-width fl-row-bg-none fl-node-uj8lxd20s1mo fl-row-default-height fl-row-align-center" data-node="uj8lxd20s1mo">
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	<p><em>Puten, also Truthähne/hennen, gehören zu den am meisten unterschätzten Tieren. In unserem Sprachgebrauch ist die „dumme Pute“ allgegenwärtig. Noch dazu entsprechen Puten auf den ersten Blick nicht unserem gängigen Schönheitsideal und erfüllen auch nicht das von uns als niedlich empfundene Kindchenschema. Zeit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und das wahre Gesicht des Truthahns zu zeigen.</em></p>
<p>Der ursprüngliche Puter, der noch in freier Wildbahn lebte, galt ehemals als eins der am schwierigsten zu erlegenden Tiere. Aufgrund ihrer extrem starken Sehkraft erkennen Puten kleinste Bewegungen und Veränderungen in ihrem vertrauten Terrain, sodass sie Jäger fast immer früh genug entdecken und so entkommen können. Zudem kennen die schlauen Vögel ihr Revier (welches bis zu vier Quadratkilometer umfassen kann) in- und auswendig und zeigen einen enormen Orientierungssinn.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-2632" src="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/10/WhatsApp-Bild-2025-10-21-um-14.17.34_57cfd00e-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/10/WhatsApp-Bild-2025-10-21-um-14.17.34_57cfd00e-225x300.jpg 225w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/10/WhatsApp-Bild-2025-10-21-um-14.17.34_57cfd00e-768x1024.jpg 768w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/10/WhatsApp-Bild-2025-10-21-um-14.17.34_57cfd00e-1152x1536.jpg 1152w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/10/WhatsApp-Bild-2025-10-21-um-14.17.34_57cfd00e.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" />Puten führen innerhalb ihrer Gruppe ebenso beständige wie langfristige Beziehungen. Dabei sind sie keineswegs Einzelkämpfer. Gerät die Gruppe durch einen Beutegreifer in Gefahr, verteidigen sich die Tiere gegenseitig. Zudem kommunizieren sie mit gut 20 verschiedenen Lauten und können sich so gegenseitig vor drohenden Gefahren warnen oder auch auf gutes Futter aufmerksam machen. Das „für einander kämpfen“ zeigt sich oft positiv in Hobbyhaltungen, in denen Puter mit Hühnern leben und diese ebenso gegen Habicht und Co verteidigen wie ihre Artgenossen. Sogar als Schlichter zwischen kämpfenden Hähnen wurden Puter schon beobachtet.</p>
<p>Dieses empathische Verhalten zeugt davon, dass Puter in der Lage sind, sich in andere herein zu versetzen, Empfindungen anderer zu verstehen, also ein Gefühl das eigene „Ich“ genauso zu haben, wie das für andere. Das führt dazu, dass sich Puter auch gerne an Menschen binden. Haben sie einmal Vertrauen gefasst und mögen sie „ihren“ Menschen und begrüßen ihn lautstark und oft sogar mit einer regelrechten Umarmung. <img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2633 alignright" src="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/10/Foto-1-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/10/Foto-1-225x300.jpg 225w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/10/Foto-1-768x1024.jpg 768w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/10/Foto-1-1152x1536.jpg 1152w, https://huehnerrettung.de/wp-content/uploads/2025/10/Foto-1.jpg 1512w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></p>
<p>Puten verspüren Emotionen wie Angst, Stress, Freude und Aufregung. Und dabei kommt gerade in der Massentierhaltung ihr Gespür für ihre Artgenossen leider oft sehr traurig zum Vorschein. Ist eins der Tiere krank oder verletzt, zeigen sie sich besorgt und empathisch.  Stirbt ein Tier, geraten die anderen in einen emotionalen Ausnahmezustand und können dadurch im schlimmsten Fall ebenfalls sterben.</p>
<p>Und so sollten wir unser Verhalten und unseren Konsum dringend überdenken. Wenn wir Hunde und Katzen nicht essen, weil wir ihre Verbundenheit zum Menschen schätzen, warum erlauben wir uns dann Puter zu essen? Aufgrund unserer Gesellschaft, haben Puten nur selten die Chance, ihre Nähe zum Menschen zu zeigen. Wir verweigern ihnen ein artgerechtes Leben und quälen sie stattdessen in riesigen Hallen bis zu ihrem elendigen Tod beim Schlachter und verkennen oder verdrängen dabei, dass wir ein Schmusetier auf unserem Teller haben.</p>
<p>Zudem ist ihr Verzehr gesundheitlich oft äußerst bedenklich, denn Putenfleisch kann mit antibiotikaresistenten Keimen belastet sein, da diese in der konventionellen Massentierhaltung häufig als Ersatz für eine artgerechte Haltung eingesetzt werden. Der häufige Einsatz fördert die Bildung antibiotikaresistenter Keime, die sich rasend schnell innerhalb der Ställe ausbreiten. Der Einsatz dieser Medikamente tatsächlich legal und es gibt keine gesetzlichen Grenzwerte für Keime im Fleisch, was das Risiko für Verbraucher erhöht, diese Keime über das Fleisch aufzunehmen. Viele dieser Keime können auch das Braten überstehen und bei Menschen zu Infektionen führen, gegen die herkömmliche Antibiotika unwirksam sein können.</p>
<p><strong>Fazit: Mund zu, Herz auf! Genau wie jedes andere Tier oder tierische Produkt, gehören Puter nicht auf unseren Speiseplan.</strong></p>
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		<title>Schlaue Hühner</title>
		<link>https://huehnerrettung.de/schlaue-huehner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicole Urbantat]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2025 09:48:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tierisch lesenswert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Artikel aus „Spektrum der Wissenschaft, 22.04.2015, Carolynn L. Smith und Sarah L. Zielinski Haushühner sind erstaunlich klug und verstehen, was in ihrer Welt vorgeht. Das verschärft die - nicht nur von Tierschützern aufgeworfene - Frage, ob die gängige Praxis der Massentierhaltung für diese Tiere akzeptabel ist. Manche Tiere sind intelligenter als andere. So zeigen mehrere Vogelarten bemerkenswerte&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fl-builder-content fl-builder-content-2611 fl-builder-content-primary fl-builder-global-templates-locked" data-post-id="2611"><div class="fl-row fl-row-fixed-width fl-row-bg-none fl-node-5lt29dj3h1cm fl-row-default-height fl-row-align-center" data-node="5lt29dj3h1cm">
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	<p><em>Artikel aus „Spektrum der Wissenschaft, 22.04.2015, </em><a href="https://www.spektrum.de/news/schlaue-huehner/1342910#content__author"><em>Carolynn L. Smith und Sarah L. Zielinski</em></a></p>
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	<p><strong><em>Haushühner sind erstaunlich klug und verstehen, was in ihrer Welt vorgeht. Das verschärft die - nicht nur von Tierschützern aufgeworfene - Frage, ob die gängige Praxis der Massentierhaltung für diese Tiere akzeptabel ist.</em></strong></p>
<p>Manche Tiere sind intelligenter als andere. So zeigen mehrere Vogelarten bemerkenswerte Fähigkeiten, die man früher nur uns Menschen zutraute: Elstern erkennen sich in einem Spiegel. Manche Krähen lernen von älteren Artgenossen, Werkzeuge herzustellen. Afrikanische Graupapageien können zählen, Gegenstände nach Form und Farbe sortieren und sogar lernen, menschliche Worte zu verstehen.</p>
<p>Im Unterschied dazu gelten Hühner gemeinhin als wenig intelligent. Doch hat sich in den letzten Jahren herausgestellt, dass diese Vögel listige Täuschungsmanöver beherrschen. Ihre Kommunikationsfähigkeit steht der von Primaten kaum nach, wobei sie differenzierte Signale verwenden, um ihre Absichten kundzutun. Entscheidungen treffen sie auf Grund früherer Erfahrungen und in Kenntnis der aktuellen Situation. Sie können komplexe Probleme lösen und mit bedrohten Artgenossen mitfühlen.</p>
</div>
<h4  class="fl-module fl-module-heading fl-heading fl-heading-text fl-node-8ry06xzbad1l" data-node="8ry06xzbad1l">
			Auf einen Blick	</h4>
<h2  class="fl-module fl-module-heading fl-heading fl-heading-text fl-node-jfxa1i6p2gsw" data-node="jfxa1i6p2gsw">
			Tierisch begabt	</h2>
<div  class="fl-module fl-module-rich-text fl-rich-text fl-node-lezb8h4jmpnf" data-node="lezb8h4jmpnf">
	<ol>
<li>Neueren Forschungen zufolge ist unser <strong>Haushuhn</strong> wesentlich intelligenter, als die meisten Menschen glauben. Die Tiere sind listig, durchtrieben und zur <strong>Einfühlung in Artgenossen</strong> fähig. Obendrein können sie differenziert kommunizieren.</li>
<li>Die Klugheit der Hühner legt die Vermutung nahe, dass <strong>Intelligenz</strong> im Tierreich allgemein weiter verbreitet ist als früher vermutet.</li>
<li>Die neuen Erkenntnisse betreffen auch den <strong>Tierschutz</strong>. Konsumenten sollten der <strong>Massentierhaltung</strong> von Hühnern kritisches Augenmerk schenken.</li>
</ol>
</div>
<div  class="fl-module fl-module-rich-text fl-rich-text fl-node-s9lt5w34bua0" data-node="s9lt5w34bua0">
	<p>Offenbar sind komplexe kognitive Fähigkeiten, <a href="https://www.spektrum.de/alias/sozialverhalten/die-wurzeln-der-kooperation/1333991">die man traditionell höchstens noch manchen Menschenaffen zugesteht</a>, im Tierreich viel weiter verbreitet als lange angenommen. Doch die neuen Forschungsergebnisse sind auch für den Tierschutz relevant: Wir sollten die Zustände in den großen Hühnerfabriken überdenken, die nur darauf ausgerichtet sind, möglichst billig Fleisch und Eier zu produzieren.</p>
<p>Die Hierarchie des Hühnerhofs</p>
<p>Forscher haben fast 100 Jahre gebraucht, um herauszufinden, was im Gehirn von Hühnern vor sich geht. In den 1920er Jahren beschrieb <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thorleif_Schjelderup-Ebbe">der norwegische Biologe Thorleif Schjelderup-Ebbe (1894-1976)</a> erstmals die so genannte Hackordnung: Dominante Hühner setzen ihren Führungsanspruch durch, indem sie aufmüpfige Tiere mit einem scharfen Schnabelhieb zurechtweisen.</p>
<p>Erst 30 Jahre später zeichneten Nicholas und Elsie Collias (1914-2010 und 1920-2006) von der University of California in Los Angeles die unterschiedlichen Rufe der Hühner auf und entdeckten ein Repertoire von 24 Lauten, die anscheinend bestimmte Ereignisse bezeichnen. Droht beispielsweise eine Gefahr von oben, etwa ein hungriger Adler, so ducken sich die Tiere und stoßen sehr leise ein hohes »Iiii« aus. Das typische Gackern ertönt hingegen, wenn sich ein Bodenfeind nähert. Stoßen Hähne auf Futter, reagieren sie mit einer Serie von aufgeregten »Dock-dock«-Lauten – vor allem dann, wenn sie auf ein Weibchen in der Nähe Eindruck machen wollen.</p>
<p>Schon diese frühen Entdeckungen legten nahe, dass man das walnussgroße Hühnerhirn nicht unterschätzen darf. Die Rufe scheinen spezifische Informationen zu enthalten, die bei Artgenossen bestimmte Reaktionen auslösen sollen. Doch erst in den 1990er Jahren erlaubten neue Techniken, die Bedeutung der Rufe und Bewegungen zu entschlüsseln. An der Macquarie University in Sydney (Australien) setzte der Verhaltensforscher Chris Evans digitale Tonaufnahmegeräte und hochauflösende Fernsehapparate ein, um die Funktion der Hühnerrufe unter kontrollierten Bedingungen zu testen. Im Prinzip schuf er für die Vögel eine virtuelle Realität: Er umgab einen Laborkäfig mit Bildschirmen, auf denen dem Huhn ein Gefährte, ein Konkurrent oder ein Fressfeind präsentiert wurde, und zeichnete seine Reaktionen auf. Das Huhn sah beispielsweise einen Habicht über sich, einen von der Seite attackierenden Fuchs oder einen Hahn, der eine Reihe von »Dock-dock«-Lauten ausstieß.</p>
<p>Das Ergebnis war eindeutig: Die Laute und Bewegungen eines einzelnen Huhns übermitteln spezifische Informationen, die von anderen verstanden werden. Ein Huhn muss den Raubvogel gar nicht selbst sehen, um sich angemessen zu verhalten; es genügt, wenn es den Warnruf eines Artgenossen hört. Die Rufe sind »funktional referenziell«, wie Verhaltensforscher sagen; das heißt, die Signale beziehen sich auf spezifische Objekte und Ereignisse, ähnlich wie menschliche Worte. Anscheinend entsteht durch den Ruf beim Empfänger ein mentales Bild des jeweiligen Objekts und löst die entsprechende Reaktion aus – Flucht vor einem Raubtier oder Annäherung an eine Futterquelle.</p>
<h4>Man darf das walnussgroße Hühnerhirn nicht unterschätzen</h4>
<p>In der virtuellen Laborwelt offenbarte sich zudem, dass Hühner ihre Botschaften an das Publikum anpassen. Entdeckt ein Hahn eine Bedrohung von oben, so stößt er einen Alarmruf aus, wenn ein Weibchen in der Nähe ist; doch bei Anwesenheit eines Rivalen bleibt er still. Hennen sind genauso selektiv: Sie schlagen nur dann Alarm, wenn sie Küken haben.</p>
<p>Die Laute drücken also nicht bloß aus, dass das Huhn gerade erschrocken oder hungrig ist. Vielmehr deuten die Tiere die Ereignisse und reagieren nicht blind, sondern mit wohlüberlegten Handlungen. Anscheinend denken Hühner, bevor sie handeln. Das hätte man dem kleinen Vogelhirn gar nicht zugetraut. Daraus ergeben sich spannende Fragen: Wenn die Vögel Informationen über die Umwelt mitzuteilen vermögen, können sie diese dann auch zurückhalten? Können sie sogar falsche Informationen streuen, wenn das zu ihrem Vorteil ist? Darüber gibt die Untersuchung anderer Kommunikationsformen Auskunft.</p>
<h4>Der Zweck heiligt die Mittel</h4>
<p>Seit den 1940er Jahren ist Verhaltensforschern bekannt, dass Hühner beim Entdecken von Nahrung ein kompliziertes Schauspiel aufführen. Am auffälligsten und bekanntesten ist das Futteranbieten, mit dem der dominante Alpha-Hahn ein Weibchen zu verführen sucht. Er bewegt seinen Kopf schnell hin und her und auf und ab; dabei pickt er Futter auf und lässt es wieder fallen, um dem Weibchen zu signalisieren, dass er etwas Schmackhaftes gefunden hat. Forscher dachten zunächst, die untergeordneten Männchen würden sich währenddessen bloß möglichst unauffällig verhalten, um nicht den Zorn des Alpha-Hahns zu erregen. Doch wie sich herausstellte, beherrschen Hühner faule Tricks, um die Hackordnung zu umgehen.</p>
<p>Das entging den Beobachtern anfangs, weil die Tiere rasch und oft heimlichtuerisch agieren; Hühner verstecken sich gern in hohem Gras und Gebüsch. Außerdem kann eine Person nicht gleichzeitig alle Hühner beobachten. Darum entwickelte eine von uns (Smith) ein Verfahren, das sie Chicken Big Brother nannte.</p>
<p>Die Freigehege an der Macquarie University sind weiträumig, dicht bewachsen und rundum von Netzen umgeben. Smith und ihr Team installierten dort zahlreiche hochauflösende Kameras und Mikrofone, um jede Bewegung und jeden Laut der Tiere zu erfassen. Wie erwartet krähte der Alpha-Hahn, um den Herrschaftsanspruch über seine Gruppe zu betonen. Er vollzog das Ritual des Futteranbietens, um Weibchen zu verführen. Und er stieß Alarmrufe aus, wenn Gefahr aus der Luft drohte.</p>
<p>Hingegen sorgten die untergeordneten Männchen für Überraschungen. Eigentlich hatte Smith erwartet, sie würden unter sich bleiben, um nicht vom Alpha-Hahn gejagt und mit Schnabel und Sporn traktiert zu werden, sobald er sie verdächtigte, sich seiner Favoritin zu nähern. Doch Kameras und Mikrofone erzählten eine andere Geschichte. Die untergeordneten Hähne zeigten ein gewieftes Verhalten, das man diesen Vögeln nie zugetraut hätte. Sie vollführten nur den sichtbaren Teil des Futteranbietens – Kopfbewegungen ohne »Dock-dock«-Rufe – und schufen damit ein neues Signal, mit dem sie ein Weibchen anlocken konnten, ohne dass der Alpha-Hahn etwas merkte.</p>
<p>Um die subtilen Lautäußerungen der Tiere genauer zu untersuchen, wollte Smith den Hühnern kleine Rucksäcke mit leichten schnurlosen Mikrofonen aufbinden. Aber wo sollte sie das passende Material finden? Büstenhalter wären die Lösung, dachte Smith. Sie suchte alte BHs mit einfachen Haken – vorzugsweise schwarz, damit sie nicht vom Federkleid der Hühner abstachen – und verwendete nur die Haken sowie die verstellbaren Träger, um die Mikrofone an den Hühnern zu befestigen. Diese Hilfskonstruktion mit dem Spitznamen Chicken Big Brother 2.0 nahm nun auf, was die Hühner signalisierten und was sie hörten.</p>
<p><strong>Wir verspeisen unzählige dieser intelligenten Tiere und sollten uns fragen, wie wir sie behandeln</strong></p>
<p>Smith interessierte besonders, wie die Tiere auf Gefahr reagieren. Warum stoßen Hähne manchmal Rufe aus, wenn sie einen Habicht oder andere Feinde erspähen, obwohl sie dadurch Gefahr laufen, selbst entdeckt und angegriffen zu werden? Forscher hatten vermutet, für den Hahn wiege der Schutz seiner Henne und der Küken das eigene Risiko auf. Smith fragte sich aber, ob weitere Faktoren das Rufverhalten beeinflussen.</p>
<p>Damit war sie auf der richtigen Fährte. Mit Chicken Big Brother 2.0 ließ sich zeigen, dass Hähne manchmal aus Eigennutz Alarm schlagen. Die Vögel nehmen eine Bedrohung für sich selbst, aber auch für ihre Rivalen wahr; sie rufen in der Regel, wenn sie zugleich ihr eigenes Risiko senken und das der Rivalen steigern können. Ein Hahn ruft eher dann, wenn er unter einem Busch in Sicherheit ist, während sein Rivale in offenem Gelände riskiert, vom herabschießenden Räuber gepackt zu werden. Wenn der Hahn Glück hat, schützt er sein Weibchen und schaltet gleichzeitig einen Konkurrenten aus.</p>
<h4>Kühne Männchen, einfühlsame Mütter</h4>
<p>Diese Strategie <a href="https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/risikohomoeostasetheorie/13075">ist als Risikokompensation bekannt</a>. Auch sie haben die Hühner mit uns Menschen gemein: Wir fahren tendenziell unvorsichtiger, wenn wir angeschnallt sind oder wenn das Auto mit einem Antiblockiersystem ausgerüstet ist. Ebenso sind Hähne kühner, wenn sie sich sicherer fühlen.</p>
<p>Die Liste der kognitiven Fähigkeiten der Hühner wird immer länger. Wie Giorgio Vallortigara von der Universität Trient (Italien) gezeigt hat, können Küken Zahlen unterscheiden und geometrische Objekte erkennen: Zeigt man ihnen ein unvollständiges Dreieck, identifizieren sie die komplette Form. Und 2011 demonstrierte Joanne Edgar von der University of Bristol (England), dass diese machtbewussten Vögel auch einfühlsam sein können.</p>
<p>In Edgars Experimenten beobachteten Glucken, wie ein harmloser Windstoß den Flaum ihrer Küken zerzauste. Die Küken fühlten sich dadurch bedroht und zeigten klassische Stresssymptome wie erhöhten Puls und niedrigere Augentemperatur. Interessanterweise wurden die Mütter von der Unruhe der Küken angesteckt. Sie zeigten die gleichen Stressanzeichen, obwohl sie den Windstoß nicht empfanden und die Küken offensichtlich nicht in Gefahr waren. Außerdem beruhigten die Hennen ihre Küken mit häufigeren Glucklauten. Demnach können Hühner den Standpunkt anderer Vögel einnehmen – eine Fähigkeit, die man sonst nur bei wenigen Arten kennt, etwa bei Raben, Eichhörnchen und Primaten.</p>
<p>Da das gewöhnliche Huhn mit anderen für ihre Klugheit bekannten Tieren nicht eng verwandt ist, ergeben sich daraus interessante Vermutungen über <a href="https://www.spektrum.de/thema/intelligenz/842324">den Ursprung der Intelligenz</a>. Vielleicht ist sie im Tierreich weiter verbreitet als bisher angenommen und entwickelt sich, sobald die sozialen Bedingungen einen geeigneten Nährboden bieten.</p>
<p>Unser Haushuhn erbte das kognitive Können vermutlich von seinem wilden Vorfahren, dem in den Wäldern Indonesiens und Chinas heimischen Bankivahuhn. Die ursprüngliche Hühnergesellschaft bestand aus mehr oder weniger stabilen Gruppen von 4 bis 13 Individuen unterschiedlichen Alters. Über jede Gruppe herrschte ein dominantes Pärchen. Wie in vielen Gesellschaften bekamen die Mächtigen, was sie wollten – Futter, Raum und Sex –, indem sie die Untergebenen einschüchterten. Die Männchen stolzierten vor den Weibchen auf und ab und versorgten sie mit Futter. Die Hennen beobachteten die Männchen sorgfältig, beurteilten sie nach ihren Taten und merkten sich, was jedes in der Vergangenheit vollbracht hatte; den hinterhältigen und bösartigen wichen sie aus. Die Reputation eines Hahns war wichtig für den langfristigen Erfolg bei den Hennen, und der Wettkampf um die Weibchen wurde erbittert geführt.</p>
<p>Nicht nur die Konkurrenz innerhalb der Gruppe forderte die mentalen Fähigkeiten heraus. Die Tiere wurden auch von außen bedroht, zum Beispiel von Fressfeinden wie Füchsen und Habichten, und jede dieser Gefahren erforderte ein anderes Fluchtverhalten. Das Federvieh musste intelligente Strategien entwickeln, um mit seinesgleichen und mit äußeren Bedrohungen zurechtzukommen – und um darüber zu kommunizieren. Diese Fähigkeiten hat das Haushuhn behalten.</p>
<p>Wir verspeisen unzählige dieser intelligenten Tiere und sollten uns fragen, wie wir sie behandeln. Denn wir pferchen Vögel, die in der Wildnis in kleinen Gruppen leben, mit bis zu 50 000 anderen auf engstem Raum zusammen. Die natürliche Lebenserwartung von annähernd zehn Jahren schrumpft bei Masthähnchen auf sechs Wochen. Sie werden so früh getötet, weil man sie für rasches Wachstum gezüchtet hat; ältere Tiere würden an Herzerkrankungen, Osteoporose und Knochenbrüchen leiden. Den meisten Legehennen ergeht es kaum besser: Sie leben nur 16 Monate auf einer Fläche von 0,11 Quadratmeter.</p>
<p>Erst die von den sozial lebenden Vorfahren ererbte Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ermöglicht dem Haushuhn sein elendes Dasein; es überlebt sogar unter den unnatürlichen Bedingungen der Intensivtierhaltung. Daran wird sich nichts ändern, solange sich die meisten Menschen nicht um die Herkunft ihrer Nahrung kümmern und nicht wissen, welche bemerkenswerten Fähigkeiten Hühner haben.</p>
<p>Immerhin ändert sich allmählich das Konsumverhalten. In Europa und in einigen Staaten der USA verbessern neue Gesetze die Unterbringung von Legehennen. Doch die Bedingungen, unter denen Masthähnchen aufgezogen werden, sind den meisten Menschen kaum bewusst.</p>
<h4>Der virtuelle Gockel</h4>
<p>Da Hühner einander bereitwillig auf Fernsehschirmen beobachten, entwickelte eine von uns (Smith) mit Hilfe der in modernen Kinofilmen verwendeten Computeranimationstechnik einen täuschend echt wirkenden virtuellen Hahn. Damit konnten Smith und ihr Team studieren, was das Ausdrucksverhalten der Tiere bedeutet und wie sie einander wahrnehmen. Auf diese Weise löste sich auch das alte Rätsel, warum der Gockel einen Kehllappen besitzt, ein schlaff vom Schnabel herabhängendes Stück Haut.</p>
<p>Beim Ausdrucksverhalten »Futteranbietern« signalisiert der Hahn begehrten Partnerinnen durch verführerisches Kopfwackeln, dass er Futter gefunden hat. Der Kehllappen schwingt dabei mitunter so heftig hin und her, dass er rechts und links an den Kopf schlägt.</p>
<p>Jahrzehntelang blieb der Nutzen des Kehllappens rätselhaft. Smith vermutete, er mache das Futteranbieten auffälliger und dadurch den Hahn attraktiver. Natürlich konnte sie schlecht einem lebenden Hahn das Hautstück abschneiden, um die Reaktion der Weibchen zu beobachten. Stattdessen schuf sie einen virtuellen Hahn, der einer echten Henne das Futteranbieten vorspielte, und variierte Größe und Flexibilität des Anhängsels. Wie sich zeigte, lenkt ein Kehllappen die Aufmerksamkeit der Hennen geradezu hypnotisch auf den Hahn, der Futter zu bieten hat. Der Gockel bezahlt für seinen Kopfschmuck vermutlich einen Preis: Ein großer Lappen erfordert einen erhöhten Testosteronspiegel; das schwächt das Immunsystem und somit die Gesundheit. Doch das Opfer an Lebenszeit macht sich durch erhöhte Fortpflanzungschancen bezahlt.</p>
<p>Manchmal schuf die Intelligenz der Hühner bei den Tests unerwartete Probleme. Oft störte ein Vogel das Experiment, indem er ein völlig unerwartetes Verhalten zeigte. Bei einem Versuch konnte eine Henne den Film eines Hahns beim Futteranbieten betrachten, musste aber zunächst hinter einer ferngesteuerten Tür warten.</p>
<p>Die Henne mit dem Spitznamen 007 war für ihre Aufmüpfigkeit bekannt. Während sie hinter der Tür warten sollte, begann sie mit ungeduldigen Kopfbewegungen den Schließmechanismus zu untersuchen. Nach wenigen Augenblicken zog 007 sorgfältig den Draht ab, der den Riegel geschlossen hielt. Die Tür ging auf, und die Henne hatte vor sich, was sie wollte: den Hahn mit dem Futter. Nach diesem einen Versuch wartete 007 niemals mehr hinter der Tür. Obwohl die Forscher den Schließmechanismus mehrmals veränderten, kam ihnen 007 jedes Mal auf die Schliche und öffnete die Tür selbst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Quellen</strong></em></p>
<p><strong>Smith, C. L. et al.:</strong> Tactical Multimodal Signalling in Birds: Facultative Variation in Signal Modality Reveals Sensitivity to Social Costs. In: Animal Behavior 82, S. 521–527, 2011</p>
<p><strong>Smith, C. L., Johnson, J.:</strong> The Chicken Challenge: What Contemporary Studies of Fowl Mean for Science and Ethics. In: Between the Species 15, S. 75–102, 2012</p>
<p>&nbsp;</p>
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