Legehybriden

Die Legehybriden / Legehennen – ein Leben, um zu produzieren
(die Vergangenheit eurer Hennen)

Legehybriden / Hybridhühner sind Hühner, welche speziell für den Einsatz in der Geflügelproduktion im Rahmen der industriellen Landwirtschaft mit der Methode der Hybridzucht optimiert wurden. Legehybriden / Hybridhühner setzen entweder besonders schnell, besonders viel Fleisch an (Masthybride) oder legen besonders viele Eier – in einer bestimmten Farbe oder Größe (Legehybride).“  Quelle: Wikipedia

Die Legehybriden oder Legehennen sind demnach eine wirtschaftlich orientierte Züchtung, die auf eine hohe Ei-Lege-Zahl und ein hohes Ei-Gewicht hin gezüchtet werden.

Huehnerrettung-NRW-Oktober-2020-AUSWAHL-13

Vollautomatisch findet die „Kunst“-Brut der Legehybriden in Brutschränken statt, wobei die männlichen Küken nach dem Schlupf aussortiert und getötet werden, da sie keinen wirtschaftlichen Nutzen haben. Da die männlichen Tiere keine Eier legen und sich auch nicht gewinnbringend mästen lassen, sind sie für die Nutzung uninteressant und unbrauchbar. In Deutschland werden jährlich mehr als 45 Millionen männliche Küken vergast oder im Muser zerkleinert.

In Deutschland findet man vor allem Tiere des weltweit agierenden Konzerns Lohmann Tierzucht, mit den „Hauptprodukten LOHMANN LSL-CLASSIC und LOHMANN BROWNCLASSIC - bekannt für ihre effiziente Produktion von qualitativ hochwertigen weißen und braunen Eiern“. Das sind die Hühner, die die meisten als die üblichen weißen und braunen Legehühner kennen.

Nach dem Schlupf werden die Junghennen bis zu einem Alter von ca. 18 Wochen in der Regel in Bodenhaltung aufgezogen, bis sie die Geschlechtsreife und damit die Legereife erreichen. Bei der Aufzucht wird nichts dem Zufall überlassen, es gibt fest aufeinander abgestimmte Licht- und Fütterungsprogramme, um Kondition und Legeanfang der Hennen nach einem festgelegten Zeitplan zu erreichen.

Die meisten Hennen leben in unnatürlich großen Hühnerherden, die sich aus gleichgeschlechtlichen, gleichaltrigen Tieren unter nicht artgerechten Haltungsbedingungen wie reine Stallhaltung, ohne Auslauf, mit künstlicher Beleuchtung, zusammensetzen.

Ein normales natürliches Sozialgefüge kann so nicht entwickelt werden und führt zu einer Dauerstresssituation für die Tiere.

Mit dem Erreichen der Legereife kommen sie dann in die Legebetriebe (die sogenannte „Aufstallung“, umgangssprachlich „Einstallung“), wo sie zukünftig leben und Eier produzieren. Auch hier werden bestimmte Lichtprogramme, spezielle Fütterungspläne und ein geregeltes Stallklima eingehalten, damit die Hennen die höchstmögliche Legeleistung erzielen. Diese beläuft sich auf ca. 310 Eier in 12 Monaten mit einem durchschnittlichen Eigewicht von ca. 65g (1950 waren es noch ca. 120 Eier im Jahr).

Die Lichtprogramme täuschen den Hennen insbesondere eine verlängerte Tagesdauer von ca. 14 – 16 Stunden vor und regen sie somit zur Eiproduktion an, die Ruhephasen werden entsprechend verkürzt.

Ungefähr im Alter von ca. 15 Monaten nimmt die Legleistung der Hennen aus biologischen Gründen, wie beispielsweise der Mauser, ab. Die meisten Landwirte stallen dann aus, da die Legeleistung im Verhältnis zum Futterverbrauch nicht mehr rentabel ist. Eine Ausnahme bilden die Haltungsformen, in denen die sogenannten XL-Eier „produziert“ werden. Das Legehybridhuhn hat damit eine durchschnittliche Lebenserwartung von ca. 1,5 Jahren. Zum Vergleich liegt die Lebenserwartung des Haushuhns bei ca. 10 – 15 Jahren.

Ist das Huhn am Ende dieser Laufbahn als Hochleistungseierproduzentin angekommen, ist es körperlich und psychisch am Ende seiner Kräfte – ausgezehrt, abgemagert und oftmals federlos.

Der Landwirt erhält für seine „ausgedienten“ Legehennen nur noch einen Schlachtpreis von wenigen Cent – eine gewinnbringende Vermarktung der Tiere ist oftmals nicht möglich.

Es sei denn, das Huhn wird von Hühnerrettung NRW e.V. gerettet und von tierlieben Menschen adoptiert.

Auch wenn nur wenige Hühner diesem Kreislauf entkommen, so ändert sich für dieses einzelne Tier alles und ein glückliches artgerechtes Leben kann beginnen. Die durchschnittliche Lebensdauer dieser besonderen Hühner beträgt ca. 2 bis 5 Jahre und es ist eine unbeschreibliche Freude, ihnen bei der Erkundung ihrer neuen Welt zuzuschauen.

AUSWAHL-Huehnerrettung-NRW-Essen-Juli-2020-50 b

0 = Eier aus ökologischer Erzeugung

1 = Eier aus Freilandhaltung

2 = Eier aus Bodenhaltung

3 = Eier aus Käfighaltung