Hühner, Hühner … und noch mehr Hühner
Die vergangenen Wochen waren ereignisreich und aufregend. Als wir mit den Planungen der beiden Rettungen für Juli begannen, waren wir uns eigentlich sicher, dass wir nicht so kurz nach den relativ großen April- und Mai-Rettungen gleich wieder genügend Plätze für die abzugebenden ca. 650 Hennen finden würden. Aber Dank euch hat es mal wieder geklappt.
Im Vorfeld haben wir uns echt gewunden, überlegt, ob wir die Hühner-Mobil-Rettung besser nicht zusagen, damit wir ausreichend Plätze für die Bodenhaltungshennen finden. Doch wie so oft hat sich in der dazu geführten Telefonkonferenz das Herz über das Gehirn gestellt und die Entscheidung getroffen. Und siehe da, zwei Aufrufe an unsere Unterstützer und Hühnerhalter später stand der Zähler in unserer Tabelle plötzlich auf „0“ und alle Vermittler durften in Jubel ausbrechen. 
Und so fuhren am 25. Juli je drei Teams zur Bodenhaltung und drei weitere zum Mobilstall. Aufgrund der noch sehr sommerlichen Temperaturen starteten wir im Dunkeln und fuhren des späteren mit den glücklichen Hühnern, gegrüßt von der Morgensonne, in den gerade erwachenden Samstag.
Beide Rettungen gingen an den Ställen zügig und unkompliziert vonstatten.
Zum Glück waren nur wenige Pflegies zu „beklagen“. Aus der Bodenhaltung kamen dabei neun Hennen mit mehr oder weniger schweren Ballenabszessen in Einzelboxen, damit sie entweder direkt zu Pflegestellen gehen oder aber Anfang der darauffolgenden Woche in Tierarztpraxen behandelt werden konnten.
Eine Henne stach dabei heraus, da sie auf der Seite liegend und kraftlos auf dem Boden des Stalls gefunden wurde. Natürlich war der erste Gedanke, dass es da nur noch einen Weg geben konnte. Aber diese Überlegung haben wir ohne die Henne gemacht. Schon in der Pflegebox, mit Wasser und Futter, kam plötzlich Leben in die Kleine. Das Hühnchen rappelte sich mühsam auf und trank erstmal sehr viel Wasser. Direkt danach fiel es über das Futter her. 
Stehen konnte sie, gehen aber nicht. Und das erklärte natürlich ihren Zustand. Wahrscheinlich hatte sie sich eine schwere Wirbelsäulenprellung zugezogen, die sie an der Fortbewegung hinderte. In den Folgetagen, auf der Pflegestelle, kam Stück für Stück, unter Schmerzmittel und Entzündungshemmern, ihre Mobilität zurück und ihr Gangbild wurde von Tag zu Tag besser, sodass sie schon zwei Wochen nach der Rettung in ihr neues Zuhause bei lieben Adoptanten ziehen konnte.
Und dann kam die größte Überraschung für uns und ganz viele Hennen, die wir bis dato gar nicht auf dem Schirm hatten. Anfang August wurden bei einer Ausstallung in einem Betrieb mit 17.000 Hühnern 120 Hennen „übersehen“ und nicht auf den Schlachttransport geladen. Normalerweise bedeutet das für die Tiere den sicheren Tod durch Reinigungsmaschinen und Desinfektion. Der Betreiber des Stalls hat auf sein Herz gehört und über Umwege unseren Robert kontaktiert und ihn um Hilfe gebeten. Das Team von Robert hat sofort reagiert und alles in Bewegung gesetzt, sodass alle 120 Hennen innerhalb von 24 Stunden nicht nur vermittelt, sondern auch bei ihren neuen Besitzern waren.
Insgesamt konnten in diesem Sommer also 753 Hennen und ein Hahn gerettet werden. Ein ganz lieber Dank geht an alle Adoptanten, Helfer und Unterstützer, die mit uns immer wieder das Unmögliche möglich machen.

